Ablagerungen in Heizungssystemen In der Vergangenheit traten
Störungen in Heizungsanlagen auf, bei denen sich in Strömungsquerschnitten
Ablagerungen gesammelt hatten. Im schlimmsten Falle setzten
sie die gesamte Anlage außer Betrieb. Die Reklamationen von
Anlagenbetreibern verunsicherten häufig den Heizungsfachmann
und den Hersteller,da übliche Abhilfeversuche,wie z.B. Spülen
der Anlage, nureine kurzfristige Lösung brachten; meistens
war nach ein paar Wochen die Störung wieder anhängig.
Reklamationen gingen bei Herstellern von Wärmeerzeugern,
Ventilen und Heizkörpern ein. Bei den reklamierten Ablagerungen
handelte es sich uum körnige, lose Ausfällungen von zumeist
brauner Farbe. In Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern
von Heizkörpern und Gasthermen sowiemit Spezialisten der Wasserbehandlung,
also mit Herstellern von Chemikalien und Geräten zur Wasserbehandlung,
suchten wir nach den Ursachen. Dabei wurden die im jeweiligen
Unternehmen bekannten Reklamationsfälle offengelegt und gemeinsam
besprochen. Begleitet wurde diese Arbeit durch umfangreiche
Analysen der Rückstände aus Kundenanlagen.
Es stellte sich heraus,daß alle an ein Testlabor weitergegebenen
Rückstände immer die beschriebene körnige Form aufwiesen.
Wie die Analyse zeigte, bestanden die Teilchen zum überwiegenden
Teil aus Calciumcarbonat-landläufig als Kalk bekannt. Die
Kalkausscheidungen finden physikalisch bedingt immer an den
heißesten wasserumschließenden Wandungen also im Wärmetauscher
des Wärmeerzeugers statt. In einem Heizkessel klassischer
Bauart mit 50 Litern und mehr Wasserinhalt lagert sich die
Kalkausscheidung als Schicht an der Wärmetauscherfläche an.
Bestenfalls lösen sich durch die thermische Belastung Teile
der Kalkschicht und sinken nach unten. Eine andere Situation
ergibt sich, wenn das Füllwasser mit beispielsweise 100 mg
Kalk pro Liter befrachtet ist. Bei einem Wasserinhalt der
Heizungsanlage von 150 Litern (für ein normales Einfamilienhaus
mit Flächenheizkörpern ergeben sich fast 14 Gramm Kalkkörnchen
in Trockenmasse. Wenn dieser Kalk sich nicht als harte, dünne
Schicht an der Wärmetauscherwand ablagert, sondern schaumige
und voluminöse Krusten bildet (vergleichbar mit den Körnchen
von löslichem Kaffee), dann bewegen sich etwa 2-3 gehäuufte
Eßlöffel dieser unlöslichen Teilchen in der Heizungsanlage.
Derartige Mengen verstopfen Heizkörperventile bzw. Steigrohre
von Ventilheizkörpern. Diese Betriebsstörung gelangt als Reklamation
zu den Herstellern von Heizkörperventilen oder Heizkörpern.
Selbstverständlich sind die beschriebenen Vorgänge innerhalb
der Heizungsanlage nicht nur vom reinen Kalkgehalt des Füllwassers
abhängig, sondern vielmehr vom hohen Sauerstoffgehalt des
Füllwassers mit der Gefahr,daß der körnige Kalk zum Bindemittel
für Korrosionspartikel wird, was die Menge von Ablagerungen
schnell verfielfacht. Es wird aber auch deutlich,daß nach
einem Anlagenausfall eine Spülung und Neubefüllung der Anlage
mit Frischwasser immer nur wieder denselben Kreislauf in Gang
setzt. Abhilfe bringt nur das vollständige entleeren der Anlage
mit dem auffangen des alten Füllwassers, gründliches Spülen
der Anlage,entleeren des Spülwassers und einwiederbefüllen
mit dem gefilterten alten Füllwasser.
Deshalb: Heizungswasser Reinigung und Feinstfiltration bis
zu 1µ(1/1000mm), damit keine Rückstände im Wasser zurückbleiben.
Auszug aus IKZ-Haustechnik,Ausgabe 1/1998,Heizungstechnik